REVIEWS

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Eins gleich mal vorweg: ich weiß nicht, wie die Südtiroler diesen Quantensprung an Qualität zustande gebracht haben! Fantastisch, wie LOST DREAMS es zwölf Mal schaffen,
mich in Begeisterung zu versetzen!
Die Jungs sind Meister im Arrangieren ihrer Lieder und stoßen in Sphären vor, die mir den Großmeister im Death Metal selbst, nämlich Peter Tägtgren, in den Sinn kommen lassen. Der hätte seine wahre Freude über die tiefe musikalische Verbeugung namens Jesus Virus: ein hymnenhafter Beginn, wie ihn Hypocrisy so genial auf der Pfanne haben, dann eine grollende, eindringliche Stimme und herrliche, teils ruhige Gitarren… fabelhaft dann der göttliche Refrain - ich hoffe bald ein Konzert besuchen zu können, damit ich „we don’t need the Jesus Virus“ mit gereckter Faust mitbrüllen kann! Da war wohl die Muse am Werk, als sie euch diese Perle schreiben ließ? Überhaupt wettern die Musiker gegen Religion und Kirche, dass es eine wahre Freude für jeden kritischen Menschen sein muss. Der wütende und bedrohliche Nackenbrecher Children Rapers (Fucking Priests) spricht wohl eine eindeutige Sprache…die plötzlich und unverhofft eingestreute klare Stimme irritiert zuerst noch, stellt sich aber als gelungenes Experiment heraus.
Aber noch lang nicht genug mit edlen Refrains und sensationeller Gitarrenarbeit. Die Soli und schreddernden Begleitakkorde sind durchgehend allererste Sahne, sie knallen durch die transparente und druckvolle Produktion mitten ins Herz jedes Death Metal Fanatikers. Der Titelsong End Of Time gehört auch mit zum Besten, das ich in letzter Zeit genießen durfte. Mit welcher Liebe zum Detail LOST DREAMS zu Werke gehen!!! Die zweistimmigen Gitarren erfreuen das Herz und der Rhythmus zwingt förmlich zum Headbangen. Wenn so das Ende der Zeit aussehen soll – meinetwegen, Hauptsache ich habe dieses göttliche Werk noch gehört, bevor Ragnarök über uns hereinbricht oder uns der Himmel auf den Kopf fällt! Mir gefällt auch hervorragend, wie LOST DREAMS zwischendurch den Höllenhund von der Leine lassen und so richtig Gas geben. Da passt einfach alles, auf End Of Time gibt es zwei handvoll Hits zu hören und ich gebe euch noch den gut gemeinten Rat: bitte Kopf beim Bangen festhalten, damit er nicht quer durch den Raum fliegt!!!!

Der langen Schwärmerei essentieller Sinn:
famose Gitarrenarbeit
+ intensive Gesangsleistung
+ mitreißende Headbangparts
+ wenige Keyboardtupfer am richtigen Platz
+ 100% Herzblut und abwechslungsreiche Dynamik
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10 Punkte für ein Album ohne Schwächen

Reviewer: Stormlord

 

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Als ich mir zum ersten Mal einige Songs von LOST DREAMS auf MySpace anhörte, war ich eigentlich nicht wirklich begeistert, da mir das Material zu sehr nach Mitte der 90er klang. Dementsprechend erfreut war ich, als ich die Promo-CD zu „End of Time“ in den Händen hielt. Doch nach einigen Hördurchgängen bemerkt man erst die vielen feinen Nuancen und die großartigen Melodien. Vor allem Hammertracks wie das grandiose „I curse you“, das Titelstück „End of Time“ oder das sphärische, melodische „Break my Will“ stechen hier besonders aus der Masse hervor.

Sehr oft kommen einem dabei Bands wie GODGORY, alte GRAVEWORM, ältere DIE APOKALYPTISCHEN REITER oder DARKSEED in den Sinn, doch irgendwie klingen LOST DREAMS dann doch anders. Stellenweise schimmern sogar einige Metalcore Elemente durch („Children Rapers (Fucking Priests)“), ab und an werden auch mal melancholische Doom-Parts eingestreut („Awaiting the Dead“), Power Metal Riffing kommt zum Vorschein („The Fall of the World“) und auch gegen einen gepflegten Blast Beat hat man nichts einzuwenden („Flesh is all I need“ oder „Nailed to the Cross“ – letzteres mit Hammer Leadgitarren!). Erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Keyboards nur zur gelegentlichen Untermalung eingesetzt werden und man nicht jede freie Sekunde mit wulstigen Teppichen und Geklimper zugekleistert hat.

Auch wenn nicht alle Songs wirklich der Reißer geworden sind, weil sich doch mal einige Riffs als etwas altbacken herausstellten, so kann man LOST DREAMS dennoch ein Gespür für gute und griffige Melodien attestieren. „End of Time“ ist somit nicht nur für Fans der oben genannten Bands gedacht sondern auch für jeden der auf melodischen Death Metal steht und dabei mal nicht gleich IN FLAMES, DARK TRANQUILLITY, AT THE GATES oder DISSECTION heran ziehen will.

SasH, 9 Punkte / 12 Punkte